Thomas
Kommunikation
Einladung zur Kritik Hier steht kein fertiger Beitrag, dies dient zur Orientierung und Abstimmung, damit das Ganze zusammenpasst
- Kommunikation ist im team unumgänglich, wie sonst sollten gemeinsame Ziele erreicht werden, wenn sie nicht vorher kommuniziert worden wären. So banal das klingt, bei näherer Betrachtung des Themas Kommunikation offenbaren sich eine Fülle von Teilaspekten und darin enthaltenen Stolpersteinen, teilweise könnte man sogar Fußangeln sagen. Für das erfolgreiche team ist eine gut funktionierende Kommunikation also wichtig und daher sollen hier einige Tipps gegeben werden, diesem Aspekt Rechnung zu tragen
- Auch in Konflikten wird kommuniziert, meistens sehr bewusst im Zuge eines Lösungsversuchs, möglicherweise haben aber gerade Probleme mit der Kommunikation zu dem Konflikt geführt.
Theorie
- Das bekannte Zitat: „Man kann nicht nicht kommunizieren“ von Paul Watzlawick, das erste Metakommunikative Axiom (Paul Watzlawick, Janet H. Beavin, Don D. Jackson: Menschliche Kommunikation (1967), S. 53), zusammen mit dem zweiten seiner Axiome soll hier ganz plakativ auf die Bedeutung nonverbaler Aspekte der Kommunikation hinweisen.
Metakommunikative Axiome: 1. Man kann nicht nicht kommunizieren " Man kann nicht nicht kommunizieren, denn jede Kommunikation [(nicht nur mit Worten)] ist Verhalten und genauso wie man sich nicht nicht verhalten kann, kann man nicht nicht kommunizieren." 2. Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt "Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt, derart, dass letzterer den ersten bestimmt und daher eine Metakommunikation ist".
Das legt vereinfacht interpretiert nahe, dass bei der Begegnung zweier Menschen kommuniziert wird, auch wenn keine Worte gewechselt werden, Kommunikation ist mehr als der Austausch von Worten. Die nonverbalen Aspekte haben einen wesentlichen Anteil an der Botschaft.
Theorien und Modelle der Kommunikation sind vielfältig, es existiert der Begriff der "Kommunikationswissenschaft", damit ist eine wissenschaftliche Forschungsdisziplin gemeint, worin Bereiche der Psychologie, Soziologie, Nachrichtentechnik, Philosophie je nach Forschungsrichtung unterschiedliche Schwerpunkte bilden.
Modell von Friedemann Schulz von Thun
Ein im deutschen Sprachraum bekannteres Modell wurde von Friedemann Schulz von Thun entwickelt, es gliedert eine Nachricht in 4 Elemente auf, die vom Empfänger mit "4 Ohren" (Schulz von Thun: Miteinander reden 1. Reinbek 1981, S.44ff) aufgenommen werden.
Die 4 Elemente werden als Aspekte einer Nachricht bezeichnet und die Darstellung mit den Aspekten an den 4 Seiten als Kommunikationsquadrat ist in einschlägiger Literatur und auch im Weiterbildungssektor nicht selten anzutreffen (u.a. Thomann 1998, S. 204ff; Gieseke 2005; agentur prevent 2009)
Homepage der Psychotherapeutischen Praxis Claus Gieseke http://www.claus-gieseke.de/texte/die_seiten_einer_nachricht.html 17.6.2005, Zugriff am 7.1.2010
agentur prevent gmbh http://www.sign-project.de/downloads/von_Thun.pdf 12.11.2009 Zugriff am 7,1,2010
Das Präventionsprogramm Sign wird seit dem Jahr 2000 umgesetzt und kontinuierlich weiterentwickelt von der agentur prevent, Fachagentur für Prävention und Gesundheitsförderung in Oldenburg. Zum Einsatz kommt es schulformübergreifend von der 5. bis zur 10. Klasse an 116 Schulen in Nordwest-Niedersachsen. Darüber hinaus steht Sign allen Interessierten jederzeit im Internet zur Verfügung.
http://www.coaching-moenchengladbach.com/methoden/komm_quadrat.html
public domain (nach Schulz von Thun 1981 S. 14) http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Vier-Seiten-Modell_de.svg&filetimestamp=20080912195835 Zugriff am 7.1.2009
Den Aspekten sind folgende Erklärungen beigefügt:
- Selbstkundgabe - eine persönliche Wertung der Information
- Beziehungsseite - wie, in welchem Verhältnis, steht der Sender zum Empfänger
- Sachebene - worüber wird informiert
- Appellseite - was soll erreicht werden
Analog zu den 4 Seiten der Nachricht besitzt der Empfänger in diesem Modell 4 Ohren, die selektiv auf die Aspekte hören.
Damit ordnet Schulz von Thun verbalen und nonverbalen Aspekten Funktionen zu und versucht mit diesem Modell dem Leser zu ermöglichen Kommunikation zu durchleuchten und besser zu verstehen.
- Friedemann Schulz von Thun bietet im dritten Band seines Buchs "Miteinander reden" an, die im ersten Band erörterte "Selbstklärung" weiter an sich selbst zu erforschen und die eigene Persönlichkeit zu entwickeln. Er verwendet die Metapher des „Inneren teams“ mit einem Oberhaupt und mehreren teammitgliedern, die idealerweise durch das Oberhaupt koordiniert eine Äußerung abgeben, die dem Ideal "einer doppelten Übereinstimmung mit sich selbst und dem (systemisch geprägten) Gehalt der Situation" Rechnung trägt, Stimmigkeit. (Schulz von Thun: Miteinander reden 3. 1998, S.15) Mit seinem Modell soll der Leser in die Lage versetzt werden sich die Vorgänge bewusst zu machen, die in ihm ablaufen während er mit einer Person kommuniziert. Letztlich soll das dem Leser ermöglichen seine Äußerung "stimmig" zu formulieren.
- Die Stimmigkeit einer Äußerung hilft dem Empfänger die Botschaft leichter richtig zu verstehen. Damit ist gemeint, dass die Aspekte der Nachricht mit der Situation abgestimmt sind, wobei Schulz von Thun die Leitfrage zur Wahrheit der Situation als Hilfestellung angibt:
- Wie kommt es (Vorgeschichte!) und
- welchen Sinn macht es (Zielsetzung!), dass
- ausgerechnet ich (in welcher Rolle?),
- ausgerechnet mit Ihnen (in welcher Zusammensetzung?)
- ausgerechnet dieses Thema (wie hat es sich ergeben?) bearbeiten möchte?
(Schulz von Thun: Miteinander reden 3. 1998, S.285)
Kommunikation mit und ohne direkte Interaktion
Watzlawick und Schulz von Thun haben ihre Theorien und Modelle ganz auf die persönliche, direkte Kommunikation ausgerichtet und sich entsprechend intensiv mit den nonverbalen Anteilen solcher Kontakte befasst.
- Diese Anteile fallen vordergründig weg bei schriftlicher Kommunikation z.B. via email, aber auch hier folgt der Mensch seinem Wesen und „liest zwischen den Zeilen“ interpretiert also das geschriebene Wort, ergänzt Eindrücke aufgrund von früheren Begegnungen, Schilderungen dritter etc. und bildet in gewisser Weise die Begegnung nach. Also ist der Äußerung besonderes Augenmerk zu widmen, wenn die Botschaft im Sinne des Senders richtig empfangen werden soll. Nicht zuletzt findet die persönliche Kommunikation im team häufig statt, die Möglichkeit eine Antwort zu überdenken oder umzuformulieren wie in einem email ist nur eingeschränkt gegeben.
- Weil hier nicht Kommunikationstheorie, oder Kommunikationspsychologie das Hauptthema ist //die Themen sind?// sollen einige eher praktische Aspekte erörtert werden, die in gewisser Weise jedoch eine persönliche Beschäftigung mit dem Thema erforderlich machen können um die Umsetzung zu erreichen.
Praxis
Konkret im täglichen Umgang kommuniziert jeder von uns und äußert sich möglicherweise unklar, sei es, weil er oder sie sich nicht zu einer gemeinsamen Linie seines Inneren teams durchgerungen hat, oder weil er oder sie die Situation nicht richtig eingeschätzt hat und die Botschaft nicht richtig ankommt. Hier kann jedes teammitglied zur Verbesserung beitragen indem die eigene Kommunikation unter die Lupe genommen wird und ggf angepasst wird. Das mag nicht nach einem praxistauglichen Tipp klingen, zumal eine solche Selbsterforschung nicht verordnet werden kann, die Empfehlung richtet sich an den aufgeschlossenen Leser.
- Obiges handelt vom Wie einzelne Botschaften geäußert werden, es geht aber natürlich auch darum Was kommuniziert werden soll, in welchem Umfang und an welche Adressaten. Dieses Was ist primär vom teamleiter zu definieren und auch zu kontrollieren, ebenso soll der teamleiter geeignete Komminikationsformen etablieren, also regelmäßige Kontakte des teamleiters zu seinen teammitgliedern, ggf reports. Regelmäßge Besprechungen des teams mit klarer Agenda und unter Einhaltung des Zeitplans.
- Häufig werden in der Praxis Fehler gemacht, die dem Erfolg des teams schaden. Für den teamleiter ergibt sich die Konsequenz, dass er vor allem an den Rahmenbedingungen für die Kommunikation eine Verbesserung erreichen muss.
Informationsflut, oder Funkstille
Ein Aspekt eines teams ist die gemeinsamen Ziele zu kennen und auch zu wissen wo man steht. Der Gesamtfortschritt des teams ist dem einzelnen teammitglied nicht unbedingt bekannt, hier ist es an der Leitung, die üblicherweise eingeforderten reports in Teilen wieder an das team zurückzugeben.
Lob und Kritik
Hier schwingt auch der Aspekt Anerkennung mit: Lob und Kritik sind für das einzelne teammitglied wichtig, der menschliche Aspekt, die Beziehungsebene wird wenig angesprochen, man versucht die Kommunikation vornehmlich auf der Sachebene abzuwickeln. Als Grund dafür könnte man ein Defizit in der persönlichen Kommunikationskompetenz sehen. Angebote zu Beratung coaching, Seminaren und Literatur sind zahlreich, was auf einen generellen Bedarf schließen lässt, zumal viele der Angebote kommerzieller Natur sind.
Besprechungen
Weit verbreitet, so zumindest mein Eindruck, sind schlecht moderierte Besprechungen. Fehler, die man hier machen kann sind vielfältig und machen diese Kommunikationsform ineffizient. Da ist einerseits schlechte Vorbereitung zu nennen, das beginnt bei der Auswahl und Einladung der Teilnehmer und setzt sich bei der Erstellung der Agenda und des Zeitplanes fort. Bei der Auswahl der Teilnehmer soll darauf geachtet werden, dass diese für die Besprechung nötig sind und nicht zu zahlreich sind, im Hinblick auf die Kommunikationskomplexität leuchtet das ein, sachlich unbeteiligte Zuhörer stören. Damit ist der Zusammenhang zur Agenda hergestellt: Die Themen auf der Agenda sollen klar sein, damit ist einerseits der Teilnehmerkreis leichter zu definieren, andererseits lässt sich die Zeiteinteilung realistisch gestalten. Wenn die Zahl der Teilnehmer oder Themen zu groß wird, dann empfiehlt es sich getrennte Besprechungen abzuhalten, die Koordination ist dann zwar aufwändiger, doch insgesamt profitieren alle davon. Wenn das Thema in eine große Runde gehört, dann ist daran nichts zu ändern, aber die Agenda der großen Runde könnte abgespeckt werden, wenn erkannt wird, dass gewisse Themen in kleineren Runden geklärt werden können. In der Durchführung der Besprechung gilt es die Zeiteinteilung auch einzuhalten, das wiederum erfordert eine gute Moderation um das Sachthema so zu erörtern, dass die Besprechung Ergebnisse hervorbringt. Speziell für die Moderation einer Besprechung sind folgende Richtlinien angeraten: Einleitung um allen Anwesenden das Thema klar zu machen, die Teilnehmer werden quasi geistig versammelt. Die Einhaltung des Zeitplans wurde bereits genannt. In diesem Zusammenhang sind die Teilnehmer auch zur Pünktlichkeit anzuhalten. Ein Ergebnis, das möglichst konkret sein soll muss erzielt werden, sonst ist die Besprechung umsonst. Als Ergebnisse kann man Entscheidungen über Zeitpläne, Teilziele, Vorgehensweisen usw. ansehen, die Ergebnisse sollen schriftlich festgehalten werden in einem Besprechungsprotokoll, das nicht mehr als eine Seite umfasst. Daraus ergibt sich, dass sich der Moderator nach Möglichkeit dieser u. U. recht anspruchsvollen Aufgabe widmet und nicht mitdiskutiert.

