AIT Konflikte: Unterschied zwischen den Versionen
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Gelöste Konflikte können dazu beitragen, Unterschiede zu Überwinden, die Einheit eines Teams zu stärken und dessen Kommunkationsfähigkeit zu verbessern, ungelöste Konflikte können ein Team spalten oder handlungsunfähig zu machen. | Gelöste Konflikte können dazu beitragen, Unterschiede zu Überwinden, die Einheit eines Teams zu stärken und dessen Kommunkationsfähigkeit zu verbessern, ungelöste Konflikte können ein Team spalten oder handlungsunfähig zu machen. | ||
Konflikte können eine Änderung der Rollenverteilung im Team nach sich ziehen, oder die bestehenden Struktur festigen. | Konflikte können eine Änderung der Rollenverteilung im Team nach sich ziehen, oder die bestehenden Struktur festigen. | ||
Durch Konflikte kann ein neues Kommunikationssystem eingeführt werden, welches die unterschiedlichen Standpunkte im Team einigt und somit zur Erhaltung des Teams beiträgt. | |||
Konflikte machen also einerseits Unterschiede sichtbar, andererseits stellen sie Einheit und Einigkeit her. Einerseits Trennen sie, andererseits garantieren sie Gemeinsamkeit. | Konflikte machen also einerseits Unterschiede sichtbar, andererseits stellen sie Einheit und Einigkeit her. Einerseits Trennen sie, andererseits garantieren sie Gemeinsamkeit. Sie Verändern und Erhalten. | ||
Diese gegensätzlichen Auswirkungen von Konflikten bezeichnet Schwarz (Schwarz 2005) als Widerspruchsprinzip, deren beide Sinnaspekte ernst genommen und verstanden werden müssen, um Konflikte zu verstehen. | Diese gegensätzlichen Auswirkungen von Konflikten bezeichnet Schwarz (Schwarz 2005) als Widerspruchsprinzip, deren beide Sinnaspekte ernst genommen und verstanden werden müssen, um Konflikte zu verstehen. | ||
Version vom 4. Januar 2010, 19:03 Uhr
Konflikte
Wo Menschen zusammen leben, arbeiten, kommunizieren, enstehen Konflikte. "Konflikte sind weder wünschenswert noch notwendig, sondern einfach unvermeidbar." (Thomann 1998, S. 20). Als Konflikt (lateinisch confligere: zusammenprallen) kann eine Situation verstanden werden, in der unterschiedliche Verhaltenstendenzen einander widersprechen, eine bestimmte Bindung zwischen den Konfliktpartnern besteht und künftig bestehen wird, und "eine vitale/existentielle Bedürfnisbefriedigung oder Interessenverwirklichung der Konfliktparteien von diesen als bedroht angesehen wird" (Drescher 2003, S. 107). In Teams prallen zudem individuelle Interessen auf Teaminteressen. Tuckmans 5-Phasenmodell (Anfangsphase, Konfliktphase, Normierungsphase, Arbeitsphase, Schlussphase) beschreibt die Entwicklung von Teams "als konfliktträchtig und angelegt als Spannungsverhältnis zwischen Individualität und Sozialität der Gruppenmitglieder" (Drescher 2003, S. 38). Durch die einem Team immanenten Eigenschaften kommen zudem Störungen und Konflikte sehr leicht an die Oberfläche.
Konfliktursachen
"Niemals sind objektive Gegebenheiten alleine imstande, Konflikte zu erzeugen und in ihrem Verlauf zu bestimmen - die multifaktorielle Bedingtheit ist zu berücksichtigen" (Regnet, nach Hugo-Becker, Becker 2000).
Weitere Ursachen für Konflikte im Team können sein:
- Konkurrenz
- Störung der Kommunikation
- Misstrauen, Animositäten, Ärger
- unvereinbare Persönlichkeiten
- Rollenverteilung
- Meinungen wie ein Ziel erreicht werden soll sind unterschiedlich
Unterschiedliche Standpunkte alleine führen nicht zu Konflikten, es ist immer auch eine Störung der Beziehungsebene vorhanden.
Konfliktentwicklung
Das Wesen eines Konfliktes ist es, mit seiner Fortdauer zu eskalieren, falls keine Klärung stattfindet.
Nach dem Neun-Stufen-Modell von Glasl (Glasl, 1980) eskaliert der Konflikt von Stufe 1 (Verhärtung), bei der es zwar Reibungen und Spannungen gibt aber Zusammenarbeit noch möglich ist, über die Phasen der Debatten (Stufe 2), gezielten Provokationen und einem Blockieren der andern Parteien (Stufe 3), zu offenem Kampf (Stufe 5) bis zur gegenseitigen Vernichtung (Stufe 9). Eskalierende Konflikte gehen mit einem Realitätsverlust einher, das Sachproblem tritt dadurch immer mehr in den Hintergrund und die verletzten Gefühle in der Vordergrund. Es wird zunehmend auch an Nebenschauplätzen gekämpft, und der Glaube an eine Lösung der Konflikte sukzessive geringer.
Bei Thomann wird dieser Prozess als "Fieberkurve der Konflikt-Entwicklung" (Thomann 1998) bezeichnet, ausgehend von einer Störung der Beziehungsebene (siehe Kommunikationsquadrat, S ??), die wiederum eine Störung der Sachebene mit sich zieht. Bei Fortdauer der Störungen ensteht ein latenter Konflikt. Ohne Klärung wird nachfolgend ein "Point of no return" überschritten, der den Übergang zur Phase der Konflikteskalation markiert. Ab hier kann entsteht entweder ein "chronischer Konflikt", oder es findet durch einen Auslöser eine Explosion oder eine Implosion statt. Implosionen entstehen, wenn sich (mindestens) einer der Konfliktpartner innerlich zurückzieht, der Konflikt wird zum "kalten Konflikt".
Ein Beginn der Eskalation ist selten zu finden, wie auch bei Watzlawick zu lesen ist: "Eskalationen haben keinen feststellbaren Anfang" (Watzlawick, nach Thomann 1998).
Bedeutung von Konflikten
So belastend ungelöste Konflikte für ein Team sind, so wertvoll sind es gelöste. Schwarz (Schwarz 2005) ist sogar der Meinung, die Frage nach Definition und Ursache sollte durch die Frage nach dem Sinn von Konflikten ersetzt werden.
Gelöste Konflikte können dazu beitragen, Unterschiede zu Überwinden, die Einheit eines Teams zu stärken und dessen Kommunkationsfähigkeit zu verbessern, ungelöste Konflikte können ein Team spalten oder handlungsunfähig zu machen. Konflikte können eine Änderung der Rollenverteilung im Team nach sich ziehen, oder die bestehenden Struktur festigen. Durch Konflikte kann ein neues Kommunikationssystem eingeführt werden, welches die unterschiedlichen Standpunkte im Team einigt und somit zur Erhaltung des Teams beiträgt.
Konflikte machen also einerseits Unterschiede sichtbar, andererseits stellen sie Einheit und Einigkeit her. Einerseits Trennen sie, andererseits garantieren sie Gemeinsamkeit. Sie Verändern und Erhalten.
Diese gegensätzlichen Auswirkungen von Konflikten bezeichnet Schwarz (Schwarz 2005) als Widerspruchsprinzip, deren beide Sinnaspekte ernst genommen und verstanden werden müssen, um Konflikte zu verstehen.
Arten von Konflikten
Konflikten werden in der Literatur auf unterschiedlichste Arten klassifiziert.
So wird bei Glasl (Glasl 1980) nach Streitgegenständen, Erscheinungsformen der Auseinandersetzung und Eigenschaften der Konfliktparteien unterschieden.